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Aktuelles

Stationäre Rehabilitation verbessert körperliche und psychische Gesundheit bei Patient:innen mit Multiplem Myelom: Eine prospektive Kohortenstudie“ von Fr. MD. Vasakou

Vorstellung des Experten:

Andriani Vasakou, MD, Doctoral Candidate; Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie; Chefärztin, Rheintalklinik Bad Krozingen, Deutschland

Im Mai 2026 hielt Dr. Vasakou im Rahmen eines internationalen Expertenaustauschs per Videokonferenz einen wissenschaftlichen Vortrag zum Thema „Stationäre Rehabilitation verbessert körperliche und psychische Gesundheit bei Patient:innen mit Multiplem Myelom: Eine prospektive Kohortenstudie“

In ihrem Bericht stellte sie vor, was „Multiples Myelom“ ist, seine Symptomatik, sowie ihr Forschungsprozess und ihre Ergebnisse.

In ihrer explorativen prospektiven Studie wurden 66 Patienten mit Multiplem Myelom untersucht. Diese Patienten wurden in eine Gruppe, die an der Rehabilitation teilnahm, die ein standardisiertes dreiwöchiges Rehabilitationsprogramm in der Tumorbiologie-Rehabilitationsklinik Freiburg durchlaufen haben, und eine Kontrollgruppe (ohne Teilnahme an der Rehabilitation) eingeteilt.

Die primären Endpunkte umfassten die funktionelle Leistungsfähigkeit sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Zu den sekundären Endpunkten gehörten verschiedene patientenberichtete Parameter, darunter körperliche Aktivität, wahrgenommene Fitness und Trainingsmotivation sowie die Teilnahme an strukturierten Bewegungsprogrammen. Zusätzlich wurden Laborparameter erhoben.

Ein weiterer Fokus lag auf sozioökonomischen Faktoren, um mögliche Barrieren in der Versorgung zu identifizieren. Depressive Symptome wurden mit der HDS-17 Fragebogen sowie Fatigue anhand der CTCAE-Kriterien des National Cancer Institute erhoben. Dabei werden Faktoren wie Alter, Organfunktion und allgemeiner Gesundheitszustand berücksichtigt. Anhand des Ergebnisses können Patienten in fit, intermediate-fit oder frail eingeteilt werden, was die Wahl und Intensität der Therapie unterstützten.

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Effekte einer strukturierten Rehabilitation bei Patienten mit Multiplem Myelom umfassend zu analysieren.

Sie stellte ihre Forschungsergebnisse unter diesen Gesichtspunkten von Ergebnisse Laborparameter, Körperliche Aktivität und Fitness, Fatigue und Depression sowie Gesundheitsbezogene Lebensqualität vor.

Außerdem wurde ein Vergleich zwischen Patienten, die eine Rehabilitationsbehandlung erhielten, und solchen, die keine erhielten, analysiert.

Die wichtigsten Erkenntnisse, die sie aus den Forschungsergebnissen gewann, waren, dass die Rehabilitation führte zu klinisch relevanten Verbesserungen sowohl der körperlichen Leistungsfähigkeit als auch der psychischen Gesundheit. Neben körperlichen Effekten zeigte sich eine deutliche Verbesserung von Fatigue und Depression sowie eine Verbesserung der Lebensqualität. Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass Rehabilitation eine zentrale und nicht ersetzbare Säule in der Versorgung von Patienten mit Multiplem Myelom darstellt.

Die gesamte Studie wurde von Fr. Vasakou bereits im Journal Cancer publiziert und ist über PubMed frei zugänglich, falls Sie weitere Details einsehen möchten.

Alle Forschungsergebnisse und Urheberrechte liegen bei Frau Vasakou und ihrem Team.

 

 

Ideen, wie China und Deutschland im Bereich der medizinischen Rehabilitation voneinander lernen können

Deutschland und China können im Bereich der Rehabilitationsmedizin voneinander lernen und haben eine solche Zusammenarbeit bereits durch einen intensiven bilateralen Erfahrungsaustausch in die Wege geleitet. Beide verfügen jeweils über unterschiedliche Stärken. Der fachliche Austausch birgt für beide Seiten ein enormes Potenzial. Das deutsche Rehabilitationssystem gilt international als Vorbild. Chinesische Einrichtungen wie das Beijing Huasheng Rehabilitationskrankenhaus zeigen großes Interesse an den strukturierten Betriebsmodellen deutscher Rehabilitationseinrichtungen, den Konzepten der evidenzbasierten Medizin (z. B. der modernen präoperativen Rehabilitation), den ausgereiften Krankenhausstandards sowie den transparenten Qualitätssicherungsmechanismen. Auf der anderen Seite treibt China die Digitalisierung und den Einsatz von Rehabilitationstechnologien mit rasantem Tempo voran, wobei das Konzept der Prävention bereits tief im lokalen Gesundheitssystem verwurzelt ist. Die Einbindung von Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in moderne ganzheitliche Behandlungskonzepte ist ein weiterer interessanter Aspekt.

Beide Länder knüpfen aktiv Kontakte und intensivieren die Zusammenarbeit. So haben beispielsweise das deutsche Bundesgesundheitsministerium und die chinesische Nationale Gesundheitskommission durch die Verabschiedung eines offiziellen Aktionsplans ihre Kooperationsbeziehungen weiter gefestigt. Auch in der Region um Freiburg gibt es äußerst praxisnahe Ansatzpunkte für die Zusammenarbeit: Experten der Rheintal-Klinik bei Bad Kroizingen sowie des Universitätsklinikums Freiburg beteiligen sich aktiv am Deutsch-Chinesischen Rehabilitationsforum, um gemeinsam die Qualität der Patientenversorgung und -behandlung weiter voranzutreiben. Um den wissenschaftlichen Austausch zwischen Krankenhäusern, Fachleuten und Studierenden weiter zu vertiefen, wurde zudem eine spezielle Organisation gegründet: Die Deutsch-Chinesische Gesellschaft für Rehabilitation (DCGR) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den direkten fachlichen Dialog zu fördern und internationale Symposien zu organisieren; sie unterstützt unter anderem den gezielten Wissenstransfer sowie Austauschprogramme für Ärzte.

China kann von Deutschlands bidirektionalem Überweisungsmechanismus, seinen Konzepten der präventiven und proaktiven Rehabilitation, seiner konsequenten interdisziplinären Zusammenarbeit und seinem umfassenden Krankenversicherungssystem lernen.

Die aus Deutschland stammende „Medizinische Trainingstherapie“ (MTT) hat sich bereits weit verbreitet. Diese Therapie verlagert den Schwerpunkt von der passiven Physiotherapie hin zu einem biomechanisch fundierten aktiven Muskeltraining (aktive Rehabilitation) und hilft den Patienten dabei, ihre Bewegungs- und Berufstätigkeitsfähigkeit wiederzuerlangen.

Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit und der Fachkräfteausbildung: In der deutschen Rehabilitationsmedizin wird großer Wert auf interdisziplinäre Teams gelegt. Die Erstversorgung wird nicht nur von Ärzten übernommen, sondern umfasst auch Rehabilitationsmediziner, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Psychotherapeuten.

Qualifikationsstandards: In Deutschland ist der Beruf des Rehabilitationstherapeuten ein anspruchsvoller und eigenständiger Beruf mit strengen Ausbildungsanforderungen (einschließlich Bachelor, Master und Weiterbildung). China könnte die Professionalisierung des Berufsbildes der Rehabilitationstherapeuten weiter verbessern und das Niveau der standardisierten Ausbildung sowie der klinischen Praxis anheben.

Verbesserung des Abrechnungs- und Bewertungssystems für Rehabilitationsleistungen im Rahmen der Krankenversicherung: Das deutsche RehabilitationssystemwirddurchdiegesetzlichePflichtkrankenversicherung

unterstützt, wodurch der Zugang der Bevölkerung zu Rehabilitationsmaßnahmen gewährleistet ist. Die Abrechnungsrichtlinien der Krankenversicherung wurden optimiert und eine Reform der Erstattungsmodalitäten entsprechend der Art der Erkrankung und des Therapieerfolgs werden geprüft. Dies würde nicht nur die Akutversorgung abdecken, sondern auch die finanzielle Absicherung bei der Langzeitrehabilitation gewährleisten und somit ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement ermöglichen.

Tiefgreifende Integration intelligenter Geräte und digitale Verwaltung: Deutsche Rehabilitationseinrichtungen nehmen im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung eine Vorreiterrolle ein (beispielsweise durch das intelligente Test-und Trainingssystem MILON, Ganganalysen sowie Systeme mit virtuellen Szenarien). Durch die Einführung fortschrittlicher intelligenter Rehabilitationshardware und den Einsatz von IoT- und

Big-Data-Technologien lässt sich ein geschlossenes Managementsystem für den Rehabilitationsprozess und die Qualitätskontrolle bei Patienten aufbauen, wodurch das Ungleichgewicht zwischen den Investitionen in die Rehabilitation und der Qualität der Dienstleistungen behoben werden kann.

Was man von China lernen und sich zum Vorbild nehmen kann:

Die deutsche Rehabilitationsbranche nimmt in den Bereichen Grundlagenforschung, klinische Genauigkeit und Ausbildung von Fachkräften weltweit eine führende Position ein. Angesichts der Herausforderungen durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung und den Mangel an qualifizierten Fachkräften im Rehabilitationsbereich kann Deutschland jedoch wichtige Erkenntnisse aus der rasanten Entwicklung der chinesischen Rehabilitationsbranche in Bereichen wie Intelligenz, Digitalisierung und Lebenszyklusmanagement gewinnen.

Der großflächige Einsatz von Rehabilitationsrobotern und intelligenten Hilfsmitteln:

Der chinesische Markt für Rehabilitationsroboter befindet sich derzeit in einer Phase explosiven Wachstums und ist führend bei der Forschung, Entwicklung und kommerziellen Anwendung von Exoskelett-Robotern (für die oberen und unteren Gliedmaßen), intelligenten bionischen Gelenken sowie Geräten zur Überwachung mehrerer Vitalparameter. Führende chinesische Unternehmen wie Fuliye Intelligence und DaAi Robotics haben dazu beigetragen, dass verschiedene Robotertypen den Weg aus dem Labor gefunden haben und nun in Krankenhäusern und Rehabilitationszentren aller Ebenen weit verbreitet sind, wodurch der enorme Mangel an qualifizierten Rehabilitationstherapeuten wirksam ausgeglichen wird. Deutschland kann von Chinas Erfahrungen bei der Serienproduktion und klinischen Umsetzung intelligenter Hilfsmittel lernen, um die Verbreitung von Spitzentechnologie in der klinischen Praxis zu beschleunigen.

 

 

Fachkonferenzen und Messen zur Rehabilitation in Deutschland

Ausblick von der Rheintalklinik auf die Berge

Jedes Jahr finden in Deutschland zahlreiche Großveranstaltungen rund um das Thema Rehabilitation statt. Im Folgenden sind einige der wichtigsten Fachkonferenzen und Messen aufgeführt, die für Sie von Interesse sein könnten:

Der wichtigste Branchentreffpunkt in diesem Bereich ist die Fachmesse mit Kongress therapie MÜNCHEN, die im jährlichen Rhythmus stattfindet.

Die Veranstaltungsdetails im Überblick:

Datum: 19. Juni – 20. Juni 2026 (Freitag und Samstag)

Ort: MOC Event Center, München

Schwerpunkte: Fachmesse für Therapie, medizinische Rehabilitation und Prävention. Erstmals findet hier auch der 2. Deutsche Rehasport-Kongress statt.

Tickets: Tickets sind im therapie MÜNCHEN Online-Ticketshop erhältlich. Die Tageskarte kostet ab 17 EUR

 

Deutscher Reha-Tag – Deutscher Reha-Tag 2026: Findet am 26. September 2026 bundesweit unter dem Motto „Reha hilft. Reha wirkt. Reha lohnt sich.“ statt. Details und Termine in Ihrer Nähe finden Sie auf der offiziellen Seite vom Aktionsbündnis Reha-Tag

SHV-Therapie Gipfel 2026: Findet am 11. November 2026 in Berlin statt. TherapieGipfel – SHV Heilmittelverbände

Rehabilitations-Symposium 2027: Das 36. Rehabilitations-Symposium findet vom 16. bis 18. März 2027 in Dortmund statt. Anmeldung: Die Anmeldung für Teilnehmende und Ausstellende wird voraussichtlich im Spätsommer 2026 über die Deutsche Rentenversicherung freigeschaltet.

Reha-Kolloquium 2027 (Deutscher Kongress für Rehabilitationsforschung): Das 36. Reha-Kolloquium findet vom 16. bis 18. März 2027 in Dortmund statt. Anmeldung: Die Registrierung und Ausstelleranmeldung startet voraussichtlich im Spätsommer 2026 über die Deutsche Rentenversicherung.

REHAB Karlsruhe: Die 24. Europäische Fachmesse für Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion findet vom 13. bis 15. Mai 2027 in Karlsruhe statt.

therapie LEIPZIG 2027: findet vom 27. bis 29. Mai 2027 statt. Fachmesse & Kongress | therapie LEIPZIG